INTERVIEW

INTERVIEW

zwischen
Sandra Herdering, CEO, S.HE Business GmbH
und
Kitty Krause, CMO, Bildretusche24 GmbH

1. Was sind für dich sexy Daten? Wie werden Daten sexy?

Sexy sind für mich Daten, die beim Endkunden Emotionen wecken. Gefühle lösen letztendlich Kaufimpulse aus, daher müssen Händler und Hersteller genau hier ansetzen und dem Kunden mit Fotos, Videos und Beschreibungen die Emotionen gleich mitliefern.
Vor allem im Fashionbereich erwartet der Kunde heute viel mehr, als nur ein Produktfoto und eine kurze Beschreibung. Er möchte genau informiert sein über die Beschaffenheit, das Material, den Tragekomfort usw. Das Produkt muss optimal inszeniert werden, um den Kunden zu überzeugen. Und das geht nur mit hochwertigen Daten.

Produkte sollten hierfür beispielsweise von allen Seiten und aus verschiedenen Perspektiven geshootet werden. Auch Videos oder Bilder mit Rundum-Sicht sind zielführend, weil der Kunde so das Produkt von allen Seiten betrachten kann und nicht das Gefühl bekommt, ihm wird etwas vorenthalten. Das richtige Umfeld, optimales Licht und Style-Varianten tragen ebenfalls dazu bei, dass sich der Käufer angesprochen fühlt.
Die Informationen müssen genauso vollständig und umfassend sein, denn niemand möchte „die Katze im Sack“ kaufen. Der Käufer möchte genau die gleiche Vorstellung von dem Artikel bekommen, als wenn er ihn in einem Laden kauft, wo er ihn auch anfassen kann. Das ist die Herausforderung.

2. S.HE Business ist schon sehr lange erfolgreich im Bereich des digitalen Marken- und Produktmanagements unterwegs. Was ist euer Erfolgsrezept?

Zuallererst ist dies meine über 20 jährige Expertise in den Bereichen Fach-, Methoden- und Sozialkompetenz. Ich komme aus der Lifestyle-, Fashion- und Luxury-Branche. Ich kenne die komplette Prozesskette von der Produktentwicklung bis hin zu allen relevanten Vertriebskanälen und kenne dazu die notwendigen IT Systeme, die den Prozess optimal unterstützen. D.h. mein Kunde erhält von mir die Beratung und Unterstützung, die er benötigt, um sich erfolgreich digital aufzustellen. Ich berücksichtige dabei die Prozesse, die Verzahnung der IT-Systeme und den Faktor Mensch. Die meisten Kunden schätzen sehr schnell meine Erfahrung und meine Power zielstrebig die Wertschöpfungskette „Time to market“ gerecht aufzusetzen. Dabei achte ich auf die passende Dosis, d.h. wie viel kann das Unternehmen selbst dazu beitragen, in welcher Geschwindigkeit kann das Unternehmen die Schritte mit mir gehen, zudem ist das Budget ein weiterer Faktor, der nicht unterschätzt werden darf. Ich fasse also alle Faktoren zusammen; Prozesse & IT, den Menschen und die wirtschaftliche Möglichkeit.
Darüber hinaus kann ich bei Bedarf alles aus einer Hand anbieten: Beratung, Systemintegrationen (e-Commerce) und die notwendige Datenpflege, um alle Produkt- und Bilddaten erfolgreich auf alle relevanten Kanäle vertreiben zu können. Ich kann meinen Kunden das Team zusammenstellen, wie er es für sein Vorankommen benötigt, da ich die Menschen kenne, die zu jedem Teil der Umsetzung ihren perfekten Beitrag leisten, das macht S.HE Business zu einer extrem skalierbaren Größe mit großartigen Kunden.

Website-Jahreszahlen-2004-klein

Gründung der Firma mit Fokus auf  Beratung und Projektmanagement in den Bereichen “Product-Lifecycle-Management“

Website-Jahreszahlen-2008-klein

Schrittweise Erweiterung der Bereiche: PIM/ MAM/ DAM, B2C/ B2B, Markplatzanbindungen

Website-Jahreszahlen-2017-klein

Vergrößerung des Unternehmens, damit einhergehend Ausbau unserer neuen Büroräume in Ahaus (Nordwest).

Website-Jahreszahlen-2019-klein

Erweiterter Service: Anreicherung der Produkt- und Bilddaten für alle relevanten Vertriebskanäle

3. Welche besonderen Herausforderungen bringt die Fashion- und Lifestyle-Branche mit sich?

Im digitalen Zeitalter ist meistens die Geschwindigkeit die größte Herausforderung und das ist in der Fashion- und Lifestyle-Branche nicht anders. Die technischen Möglichkeiten verbessern und verändern sich rasend schnell, da ist es besonders wichtig, am Ball zu bleiben. Und die Konkurrenz schläft nicht, daher muss der Hersteller seine Produkte in kurzer „Time to Market“ und insbesondere auf allen relevanten Kanälen platzieren.
Durch das riesige Angebot, das man heute im Internet vorfindet, befindet sich der Kunde in der komfortablen Situation, dass er woanders schauen kann, wenn er nicht direkt findet, was er sucht. Man sollte also a) schnell sein, b) auf allen Kanälen präsent sein und c) seinen Kunden möglichst genau kennen, um ihn direkt anzusprechen und das auszuspielen, was er möchte.
Kann man diese Voraussetzungen erfolgreich umsetzen, ist man schon einen gewaltigen Schritt weiter bei der Eroberung des digitalen Marktes.

4.  Welchen Rat würdest du Einzelhändlern auf den Weg in die digitale Welt mitgeben?

Ich würde lokalen Händlern raten, sich vor allem gut beraten zu lassen, denn aus eigener Erfahrung weiß ich genau, wie komplex das Thema ist. Seine Produkte „einfach online zu setzen“, reicht heute schon lange nicht mehr aus. Dieser Trugschluss begegnet mir aber heute immer noch und ich versuche dann den Leuten klarzumachen, dass es um weitaus mehr geht. Vor allem ist es wichtig, auf verschiedenen Kanälen unterwegs zu sein, das kommt so langsam in den Köpfen der Händler an.
Aber vor allem sind es die großen Portale, die sich Gedanken um die stationären Einzelhändler machen sollten. Schuhe24.de zum Beispiel macht vor, wie es geht: Hier werden Händler an die Plattform angebunden und können so ohne viel Aufwand ihre Produkte auch online verkaufen.

5. Was uns natürlich interessiert, ist der visuelle Content. Wo siehst du hier die größten Chancen im Zuge der (fortschreitenden) Digitalisierung? Und was erwartet uns in diesem Bereich zukünftig?

Wie gerade schon angesprochen, ist es besonders wichtig, dem Kunden die bestmögliche Vorstellung vom Produkt zu bieten. Das ist natürlich nicht ganz einfach, wenn er den Artikel nicht anfassen kann. Also müssen Emotionen, die den Kunden dazu veranlassen das Produkt kaufen zu wollen, mit Hilfe von Bildern und Videos geweckt werden. Die technischen Möglichkeiten von heute bieten hierfür schon deutlich mehr Potenzial als noch vor einigen Jahren. Rundum-Ansichten und 3D-Bilder sind hier nur der Anfang. Ich bin mir sicher, dass es zukünftig immer weiter Richtung „Augmented Reality“ geht. Das könnten im Fashionbereich zum Beispiel Bilder oder Videos sein mit Einblendungen von Größen- und genauen Maßangaben. Vielleicht kann ich als Kunde künftig auch ein Foto oder Video von mir hochladen und Kleidung virtuell anprobieren oder mein zu Hause am Bildschirm einrichten. In jedem Fall geht es immer weiter dahin, dem Kunden ein Einkaufserlebnis zu bieten, dass suggeriert er stünde im Laden und kann die Produkte anfassen und ausprobieren.